Rückruf klappt – bis Wildgeruch kommt. Was hilft bei euch wirklich?

Warum kommt dein Hund manchmal nicht, obwohl er dich hört

Hast du das auch schon erlebt: Du rufst deinen Hund, du bist dir sicher, dass er dich gehört hat, und trotzdem passiert erst mal gar nichts. Vielleicht schaut er kurz. Vielleicht tut er sogar so, als wäre er beschäftigt. Und du stehst da und fragst dich, ob er stur ist, ob er dich testet, oder ob du irgendetwas komplett falsch machst.

Ich schreibe diesen Beitrag bewusst fragend, weil die wichtigste Lösung oft nicht in einem Trick liegt, sondern in deiner Beobachtung. Wenn du ein paar Fragen ehrlich beantwortest, erkennst du sehr schnell, warum dein Rückruf bei euch mal klappt und mal nicht. Und wenn du in den Kommentaren antwortest, hilfst du anderen, die gerade genau das Gleiche durchmachen.

Wann klappt der Rückruf bei euch zuverlässig

Kommt dein Hund fast immer zurück, wenn ihr zu Hause seid. Oder klappt es im Garten noch gut, aber draußen wird es schwierig. Und wenn es draußen schwierig wird, ist es dann auf offenen Wiesen am schlimmsten, im Wald am schlimmsten, oder bei Wegen mit vielen Menschen und Hunden am schlimmsten.

Und falls du es eingrenzen müsstest: In welcher Umgebung würdest du sagen, da ist der Rückruf aktuell am weitesten weg von zuverlässig.

Was macht dein Hund, kurz bevor du rufst

Ist er gerade am Schnüffeln und wirkt wie in einer eigenen Welt. Läuft er mit hohem Tempo und viel Spannung. Sieht er etwas, das ihn interessiert, wie einen Hund, einen Menschen, eine Katze, ein Reh, oder eine Spur. Oder wirkt es eher so, als wäre er innerlich bereits entschieden und du rufst erst, wenn er schon halb weg ist.

Wenn du es als Moment beschreiben müsstest: Rufst du in der Sekunde, in der es noch leicht ist, oder rufst du erst, wenn du merkst, jetzt wird es knapp.

Welche Bedeutung hat dein Rückrufwort für deinen Hund

Wenn du den Namen deines Hundes sagst oder wenn du dein Rückrufwort sagst, was passiert dann in seinem Gesicht. Siehst du ein echtes Umorientieren, oder siehst du eher ein kurzes Schauen, gefolgt von weiter machen.

Und wenn du an die letzten Wochen denkst: Wie oft hat dein Rückruf bedeutet, dass der Spaß endet. Wie oft hat dein Rückruf bedeutet, dass er angeleint wird und nach Hause muss.

Könnte es sein, dass dein Hund nicht gegen dich ist, sondern dass er gelernt hat, dass Rückruf oft gleichbedeutend ist mit Ende.

Was machst du, wenn dein Hund wirklich zurückkommt

Gibt es bei euch dann etwas, das sich für deinen Hund richtig lohnt. Oder gibt es eher ein kurzes Lob und dann wird er gleich festgehalten und es geht weiter oder nach Hause.

Wie fühlt sich dein Hund in diesem Moment. Wirkt er freudig. Wirkt er vorsichtig. Oder kommt er zwar, aber nur langsam und mit diesem Blick, der sagt, ich weiss nicht, ob ich das will.

Und wenn du ehrlich bist: Freust du dich in dem Moment sichtbar, oder bist du innerlich schon genervt, weil er wieder gezögert hat.

Was passiert, wenn dein Hund nicht kommt

Rufst du noch einmal. Rufst du öfter. Wirst du lauter. Gehst du auf ihn zu. Oder läufst du in die andere Richtung, damit er dir folgt.

Und was hat dein Hund dadurch gelernt. Hat er gelernt, dass er beim ersten Ruf kommen sollte. Oder hat er gelernt, dass du sowieso noch fünf Mal rufst und es erst dann ernst wird.

Wenn du es als Muster beschreiben müsstest: Bei welcher Ruf Nummer kommt er meistens.

Welche Ablenkung ist für euren Rückruf der Endgegner

Sind es andere Hunde, weil er hin will. Sind es andere Hunde, weil er lieber Abstand hätte. Sind es Wildgerüche, bei denen sein Kopf komplett abschaltet. Sind es Menschen, Kinder, Fahrräder, oder generell Bewegung.

Und was glaubst du: Ist es eher Jagdtrieb, eher Frust, eher Unsicherheit, oder einfach ein grosses Bedürfnis nach Erkundung.

Hast du einen Rückruf, der nur für Notfälle ist

Hast du ein Signal, das du fast nie nutzt, das aber immer eine riesige Belohnung nach sich zieht. Oder nutzt du für alles das gleiche Wort, egal ob es um eine kleine Situation oder um eine brenzlige Situation geht.

Und falls du keinen Notfall Rückruf hast: Würdest du dir zutrauen, ein komplett neues Signal aufzubauen, das nur für die wichtigen Momente gedacht ist.

Wie übt ihr den Rückruf aktuell, wenn du ganz ehrlich bist

Übst du den Rückruf in einfachen Situationen, in denen er sehr wahrscheinlich klappen kann. Oder rufst du hauptsächlich in Situationen, in denen du eigentlich schon ahnst, dass es nicht klappt.

Wie oft übst du pro Woche bewusst. Und wie oft passiert es nur nebenbei, weil es gerade nötig ist.

Wenn du deinen Rückruf als Training sehen würdest und nicht als Befehl: Würde sich dann etwas an deinem Vorgehen ändern.

Was wäre für dich ein realistischer Erfolg, nicht perfekt, aber spürbar

Wäre es für dich schon ein Riesenerfolg, wenn dein Hund bei mittlerer Ablenkung sofort reagiert. Oder wäre es schon ein Riesenerfolg, wenn er wenigstens nach wenigen Sekunden umdreht. Oder wäre es schon ein Riesenerfolg, wenn er in schwierigen Situationen überhaupt wieder ansprechbar wird.

Und was wäre dein Wunsch Satz. Ich möchte, dass mein Hund kommt, auch wenn er gerade etwas Spannendes riecht. Oder ich möchte, dass mein Hund kommt, auch wenn ein Hund auftaucht. Oder ich möchte, dass mein Hund kommt, bevor es gefährlich wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert